Zu aller erst möchte ich loswerden das ein Kind immer sehr viel Platz braucht, um der zeichnerischen Kreativität freien lauf zu lassn. Ein normales Blatt Papier reicht also nicht aus. Auch wenn man Bilder gemalt bekommt, auf denen nur ein geringer Teil des Blattes bemalt ist hat das seinen Sinn. Am besten eignet sich eine Papierrolle die das Kind selbstständig ausrollen und somit die Malfläche vergrößern kann. Hier sind nun die entsprechenden Phasen der Zeichnerischen Entwicklung für dich zusammengefasst.


1. Die Kritzelphase

Schon als Säugling beginnt ein Kind mit der Vorstufe der Kritzelphase. Das macht sich für Sie bemerkbar, wenn es beginnt mit den Händen den Brei oder ähnliches überall hin zu schmieren. Ein Kind entdeckt das sich die Schmierereien nicht ständig verändern, wie zum Beispiel Melodien. Die sogenannte Kritzelphase beginnt mit dem “Hiebkritzeln”. Das Kind nimmt den Stift in die Hand und haut diesen etwas schräg gestellt auf das Blatt und die Bewegungen sind noch ziemlich Grobmotorisch. Erst nach dieser gesammelten Erfahrung beginnt es Kreise und andere Formen zu zeichnen. Wenn es das kann ist das Kind kurze Zeit darauf in der Lage motorische Tätigkeiten zu unterbrechen, neu einzusetzen, Strecken zu ziehen, zum Ausgangspunkt einer Rundung zurückzukehren und so weiter. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Kind gerade einmal 2 Jahre alt und dann fängt eine neue Phase an. Wo vorher noch durcheinander und übereinander gemalt wurde, wird es nun nach und nach übersichtlicher, da das Kind sein eigenes Bild nicht mehr übermalen möchte. Außerdem fängt es jetzt wahscheinlich an während des zeichnens zu sprechen und somit den Dingen einen Namen bzw. eine Bedeutung zu geben. Man selbst kann es höchstwahrscheinlich noch nicht erkennen. Wundern Sie sich nicht, wenn auch Ihr Kind es nach kurzer Zeit wieder anders benennt. Das ist ganz normal. Nur sagen Sie bitte nicht: “Das ist Krikelkrakel”. mit dieser Aussage stoppt man die Kreativität enorm und es malt eventuell keine weiteren Bilder mehr.

2. Der Kopfüßler

Das Kind benutzt nun die knappe Anzahl der Zeichenelemente, das es beim Kritzeln für sich entdeckt hat. Kreis und Linien werden zunächst Ausdruck für alle Lebewesen (Mann, Frau, Kind, Tier…). Wenn ein Kind drei Jahre alt ist lässt sich nun immer deutlicher erkennen, was es malt. und gegen Ende dieser Phase malt es immer detaillierter, also zum Beispiel einen Menschen mit Augen, Nase, Mund, Haaren und einem Bauchnabel.

3. Die Schemaphase

Mit dem vierten Lebensjahr werden häufiger eckige Zeichnungen erstellt, wie zum Beispiel ein Haus und es fängt an Bäume und eine Sonne zu zeichnen. Mit der Zeit kommen natürlich immer mehr “Motive” hinzu, die ein Kind zeichnet, wie Sie jetzt wahrscheinlich an den voller bemalten Bildern feststellen können. Später werden die dargestellten Motive in einer Beziehung zueinander gesetzt. Zudem werden Handlungs- und Erzählmuster aufgebaut, die zuerst noch additiv organisiert sind, später dann aus einem komplexen Netz von formalen und inhaltlichen Beziehungen bestehen. Zeichnungen nach dem fünften Lebensjahr zeichnen sich dadurch aus, dass die grundlegenden grafischen Merkmale der Personen und Gegenstände erarbeitet sind und die Entwicklung von Motiven und Bildorganisation zu einem (vorläufigen) Abschluss gekommen ist. Nach dieser Zeit wird die Kinderzeichnung zwar noch reifer an Details und Verknüpfungen, aber es treten keine grundsätzlich neuen Ereignisse mehr auf. In der Zeit kurz vor/kurz nach dem Schuleintritt gewinnt das Zeichnen des Kindes an Unverwechselbarkeit.

In meiner Ausbildung wurde mir beigebracht das Malbücher nicht gut für Kinder seien. Damit sind ganz besonders die Malbücher gemeint bei denen auf der einen Seite die gleiche, aber bereits ausgemalte “Form” zu sehen ist. Vorgaben in welcher Art und Weise auch immer, können die eigene Kreativität denes Kindes schädigen.